Leipzig Augustusplatz, Probe für den Abendgottesdienst

Am 26. Mai machten sich viele Bläserinnen und Bläser des Mettinger Posaunenchores in Begleitung von einigen Bläserkollegen aus Schale, Laggenbeck und Kattenvenne sowie weiteren Interessierten auf den Weg. Ihr Ziel war der eigens für Posaunenchöre veranstaltete „Kirchentag auf dem Weg“ in Leipzig und danach der große Abschlussgottesdienst auf der Elbwiese gegenüber der Lutherstadt Wittenberg. Im fünfhundertsten Jubiläumsjahr der Reformation fanden neben dem großen zentralen Kirchentag in Berlin auch mehrere kleinere Kirchentage in ostdeutschen Städten statt. Überall wurde den Teilnehmern ein buntes Programm geboten. Am Wochenende trafen sich dann die Kirchentagsbesucher aus all diesen Städten in - oder besser gesagt vor den Toren von - Wittenberg, um gemeinsam den großen Abschlussgottesdienst zu feiern

Abendgottesdienst mit 10.000 Blechbläsern mitten in Leipzig

Doch zuvor ging es für die Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores mit dem von der Firma Forsmann gecharterten luxuriösen Mannschaftsbus der Sportfreunde Lotte in die sächsische Messe-Stadt Leipzig. Sie erreichten nachmittags ihr Hotel unweit des berühmten Völkerschlachtdenkmals. Danach fuhr die ganze Gruppe weiter in die Leipziger Innenstadt, wo am Freitagabend ein Eröffnungsgottesdienst mit viel Blechmusik auf dem zentralen Augustus-Platz auf dem Plan stand. Bei sommerlich-warmen Temperaturen war schon dieser erste große Programmpunkt ein wunderschönes Erlebnis - für Augen und vor allem für die Ohren. Danach war auch noch Zeit für einige Erkundungsgänge durch die sehr kompakte und schmucke Leipziger City. Die Stadt, in der schon Komponisten wie Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy gewirkt hatten, präsentierte sich auch über die vielen angereisten Posaunenchöre hinaus als eine Hochburg der Musik. Überall unterhielten Straßenmusikanten die Passanten und die Besucher der zahlreichen Biergärten, in denen man den Tag mit einem leckeren kühlen Getränk ausklingen lassen konnte. Gegen 22.30 Uhr ging es dann wieder zurück ins Hotel, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am nächsten Tag auch wieder ausgeschlafen waren.

Leipziger Messehalle: Die Reisegruppe aus dem Kirchenkreis nach der Probe für den Festgottestdienst

Am nächsten Tag standen eine gemeinsame Probe mit allen angereisten Bläsern im Leipziger Messezentrum, eine Stadtführung durch die Leipziger Innenstadt und abends ein großes Konzert auf dem Plan. Zwischen diesen Programmpunkten war auch noch ein bisschen Freizeit übrig, die man für einen Besuch in einem Biergarten, Shopping oder für einen Besuch in der Thomaskirche nutzen konnte, wo nachmittags der berühmte Thomaner-Chor zu hören war.

Wittenberg: Festgottesdienst mit Blechbläsern aus ganz Deutschland

Abends fanden sich dann alle Bläser abermals zum Abschlusskonzert auf dem Augustus-Platz ein, bei dem auf einer großen Leinwand in mehreren Sequenzen ein eigens für diese Veranstaltung produzierter Dokumentarfilm über die ca. 150-jährige Geschichte der evangelischen Posaunenchorarbeit gezeigt wurde. Dazwischen ließen sich die etwa 10.000 Bläser mit einigen neuen und alten Klassikern der Posaunenchormusik hören.

Festgottesdienst in Wittenberg: Erhebende Klänge bei Kaiserwetter

Nach diesem Tag voller musikalischer Eindrücke und Genüsse fuhr die Reisegruppe dann schon relativ zeitig zurück ins Hotel, da am nächsten Morgen wieder ein früher Aufbruch in Richtung Wittenberg anstand.

Die Anfahrt nach Wittenberg, das von mehreren Sicherheitsgürteln umgeben worden war, gestaltete sich als sehr abenteuerlich: Nach ca. eineinhalbstündiger Fahrt kamen Musizierende und Fans am Busparkplatz an, mussten dann aber noch bei steigenden Temperaturen mehrere Kilometer zur Festwiese laufen – vorbei an diversen Polizeiabsperrungen und Stützpunkten der Kirchentagshelfer, an denen man medizinische Hilfe oder Getränke bekommen konnte. Nachdem auch die riesige Festwiese überquert und die Tribünen hinter der Bühne erreicht waren, folgten ein Vorprogramm und der anschließende Gottesdienst mit fast 100.000 Besuchern. Zum ersten Mal spielte man jetzt auch mit der Kirchentagsband auf der Bühne zusammen. Besonders beeindruckend war für alle Bläserinnen und Bläser die Aussicht von der Tribüne auf die stetig anwachsende Menge der Besucher auf der Festwiese. Der Gottesdienst selbst war wie auf jedem Kirchentag ein Erlebnis ganz eigener Art. Dem erfahrenen Kirchentagsgänger fiel allerdings kaum ein Unterschied zu den Gottesdiensten vergangener Jahre auf, sodass eigentlich nur der gewählte Veranstaltungsort und einige Worte aus der Predigt des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm an das 500-jährige Jubiläum der Reformation erinnerten. Davon abgesehen betraten namhafte Akteure aus dem weltlichen und kirchlichen Leben die runde futuristisch wirkende Bühne, darunter der südafrikanische Bischof aus Kapstadt, Bundespräsident Frank-Walther Steinmeier, das agyptische Oberhaupt der koptischen Christen und Vertreter von Hilfsorganisationen.

Gegen 15.00 Uhr machte sich die Reisegruppe dann braungebrannt und müde, aber auch sehr zufrieden auf den Rückweg. Mit im Gepäck waren nun neben den Instrumenten auch viele schöne und beeindruckende Erlebnisse und Impressionen aus Leipzig und Wittenberg.